Die 7 Gemeinden in der Offenbarung werden
erts ab Mitte des Beitrages behandelt. Es lohnt sich aber,
den gesamten Text zu lesen. Ja, es lohnt sich sogar, noch weiter
zu forschen bei dieser Quelle: https://klare-bibelauslegung.com/Archiv/Heftreihe
Grundlagen-Themen (Heft 5)
Was lehrt das Neue Testament?
Lieber Freund, Du kannst die Sünde nicht überwinden, auch wenn Du Gott anhaltend darum bittest. Der himmlische Vater hat nur einen einzigen Menschen gefunden, der in der Lage war, die Sünden zu überwinden: „der Mensch Christus Jesus" (1. Tim. 2,5). Auf IHM lag des Vaters Wohlgefallen (Matth. 17,5). Als der Herr die Sünden der ganzen Welt auf sich nahm (1. Joh. 2,2), mußte ER sterben, „auf daß er durch den Tod den zunichte machte, der die Macht des Todes hat, das ist den Teufel" (Hebr. 2,14).
Nun magst Du sagen: Wir brauchen doch Gnade, damit wir bei der Ankunft des Herrn dabei sind. Lieber Freund, auch das stimmt nicht. Der Gnade Gottes bedürfen wir in allen Lebensbeziehungen zu Gott. Aber für SEINE eigenen Verheißungen benötigt Gott keine Gnade. Daß wir bei der Ankunft des Herrn dabei sind, unterliegt nicht der kommenden Gnade Gottes. Diese Verheißung erhalten wir bereits bei unserer Wiedergeburt. So lehrt es jedenfalls die Bibel in Rom. 8,11: „Wenn aber der Geist dessen, der Jesum aus den Toten auferweckt hat, in euch wohnt, so wird er, der Christum aus den Toten auferweckt hat, auch eure sterblichen Leiber lebendig machen wegen seines in euch wohnenden Geistes." Die Heilige Schrift lehrt nicht die Sicherheit der Aufnahme bei SEINER Wiederkunft durch erbetene Gnade zur Überwindung. Vielmehr liegt die Sicherheit in dem in uns wohnenden Geist! Für die Dinge, die Gott verheißen hat, wird weder die Gnade noch unsere Überwindung gebraucht. So, wie der Herr in Rom. 8,11 geredet hat, geschieht es. Um besondere Gnade müssen wir nur dann bitten, wenn Gott die Zuständigkeit für etwas in unsere Hand gelegt hat, d.h. für alles, was unseren Weg im Glauben und Wandel betrifft!
Die Wiederkunft Jesu liegt nicht in unserer, sondern in Gottes Hand. Diese Tatsache bestätigen einige Bibelstellen. Zum Beispiel steht in 1. Kor. 6,14: „Gott aber hat sowohl den Herrn auferweckt, als er auch uns auferwecken wird durch seine Macht." SEINE Gottesmacht reicht hundertprozentig aus, uns aufzuerwecken und zu entrücken. Wer Christi Geist besitzt, ist dabei; wer Christi Geist nicht hat, ist nicht dabei! Für die Dinge Gottes brauchen wir keineswegs um Gnade zu bitten. Sonst müßten wir bei der Bekehrung auch um Gnade zur Überwindung für die Versiegelung durch den Heiligen Geist bitten; oder wir müßten bitten, daß wir zum Richterstuhl Christi kommen usw. Alles aber, was <Jn Mim in unsere Hand gelegt hat, d.h. alles, was unserer großen Schwachheit unterworfen ist, bedarf sehr wohl der Gnade zur Überwindung. Wir sind aufgefordert zu bitten: „Komme bald, Herr Jesus!" Aber wir vermögen nicht zu bitten: Herr Jesus, gib uns Gnade und Kraft zur Überwindung, daß wir dabei sind, wenn DU kommst. Das wäre nicht nur unnüchtern, sondern noch ärger.
Kinder Gottes haben die Legitimation zur Aufnahme in die Herrlichkeit, sobald der Herr kommt – egal, ob sie in tiefer oder oberflächlicher Heiligung leben. Die Rechtfertigung dafür besitzen wir in SEINER Auferweckung nach Röm. 4, 24.25: „sondern auch unsertwegen, denen es zugerechnet werden soll, die wir an den glauben, der Jesum, unseren Herrn, aus den Toten auferweckt hat, welcher unserer Übertretungen wegen dahingegeben und unserer Rechtfertigung wegen auferweckt worden ist." Die einzige Bedingung, die Herrlichkeit zu schauen, ist der Glaube an Gott. Alles andere ist unsinnig. 1. Thess. 4,14 bestätigt dies sehr deutlich. Allein der Glaube an Christus ist entscheidend. Nachdem Christus des Gesetzes Ende geworden ist, hat jede noch so sehr betonte fleischliche Anstrengung (auch die Überwindung durch Gnade im Wandel) keinen Raum mehr.
Was ist Gnade?
Mit Gewißheit handelt es sich hier um die Gnade Gottes und nicht um die Gnade der Menschen. Gnade kann nur einem Schuldigen zuteil werden, der seinerseits kein Recht auf Gnade besitzt. Wir alle sind wegen unserer Sünde schuldig vor Gott. Wer aber die Vergebung im Blute des Lammes annimmt, wird von Gott begnadigt. Die Basis unserer Errettung ist allein die Gnade (Eph. 2,8). Auch unser ganzes Leben in der Gemeinschaft mit dem Herrn gründet sich auf Gnade. Gottes Grundlage für SEIN Handeln an uns ist nicht mehr die Gerechtigkeit des Gerichtes, sondern die Gerechtigkeit SEINER Liebe. Und genau das ist Gnade! „Wenn aber durch Gnade, so nicht mehr aus Werken." Wäre bei unserer von Gott vollzogenen Errettung auch nur das Maß eines tausendstel Millimeters Menschenwerk dabei, so ergäben sich zwangsläufig folgende Auswirkungen:
a) Der Mensch hätte ein wenig Ehre betreffs seiner Erlösung, denn er hätte auch seinen Anteil dazugetan. Da er von Natur aus „meint, etwas zu sein, da er doch nichts ist" (Gal. 6,3), würde er sich selbst größer machen als das Werk am Kreuz.
b) Der Herr Jesus würde um das Maß dieses tausendstel Millimeters in SEINER Ehre beschnitten. Die Selbsterhebung des Menschen über den Herrn wäre eine große Beschneidung SEINER Ehre.
c) Das Werk vom Kreuz wäre nicht vollkommen. Das Vertrauen könnte nicht uneingeschränkt Gott gebracht werden, weil der Herr ja den Anteil des Menschen für das Erlösungswerk gebraucht hätte.
Deshalb ist es unmöglich, durch menschliche Heiligung die Auferstehung und Entrückung zu erwirken; sonst wäre Gnade nicht mehr Gnade. Gottes Gnade schließt alle Werke aus, auch die der Heiligung. Das ist die Lehre der Heiligen Schrift betreffs der Gnade Gottes für uns. Alles, was den gesunden Worten der Lehre des N.T. nicht entspricht, kommt nicht von oben. Weil die Bibel gerade über die Gnade Gottes so deutlich redet, bringen entgegenstehende Meinungen von Gläubigen den Mangel an Erkenntnis des Wortes Gottes zum Ausdruck. Darum wird der Herr bei SEINER Wiederkunft denen begegnen, die völlig auf die Gnade hoffen: „… seid nüchtern und hoffet völlig auf die Gnade, die euch gebracht wird bei der Offenbarung Jesu Christi" (1. Petr. 1,13). Wären Werke ausschlaggebend, müßte hier stehen: Hoffet völlig auf eure Heiligung durch Überwindung bei der Offenbarung Jesu Christi. Das steht aber nicht geschrieben! Wir sollen völlig auf die Gnade hoffen, weil wir nur durch SEINEN Gnaden-Willen entrückt werden.
Die Vollkommenheit
An dieser Stelle soll auszugsweise eine Verkündigung des Schreibers gebracht werden, weil deren Inhalt zu unserem Thema gehört. Es geht um das Wort in Matth. 5,48: „Ihr nun sollt vollkommen sein, wie euer himmlischer Vater vollkommen ist." Es ist immer gefährlich, aus der Heiligen Schrift eine Stelle herauszunehmen und gewaltsam überzubewerten – dadurch entsteht eine neue Lehre. Es sei hier an die sogenannte „Norwegerlehre" erinnert. Wir wollen nicht untersuchen, was daran alles falsch ist. Vielmehr möchten wir besehen, was die Heilige Schrift über die Vollkommenheit lehrt. Wenn der Herr im Textwort spricht: „Ihr nun sollt vollkommen sein, wie euer himmlischer Vater vollkommen ist", dann sagt ER dies zu den Israeliten. Die hier erwähnte Vollkommenheit vermochten sie niemals durch gesetzesverbundenen Wandel zu erreichen. Das Erlösungswerk von Golgatha war noch nicht geschehen, und trotzdem weist der Herr die Israeliten auf die kommende Vollkommenheit hin, die nichts mit dem Wandel zu tun hat. In Hebr. 10,14 lesen wir: „Denn mit einem Opfer hat er auf immerdar vollkommen gemacht, die geheiligt werden." Dieses eine Opfer weist auf den Christus hin, und allein darin liegt die Vollkommenheit. „Die geheiligt werden" sind jene, die nach Golgatha mit ihren Sünden zum Herrn kommen und als Errettete „auf immerdar vollkommen gemacht" sind. Das ist etwas Herrliches und zeigt SEINE Gnade und Liebe zu uns Menschen. Von einer Vollkommenheit in der Gnadenzeit durch Heiligung (durch Werk) redet die Heilige Schrift im N.T. nicht!
Andererseits fordert uns die Bibel auf, vollkommen zu werden in den Darreichungen Gottes für unseren Wandel. Es ist notwendig, daß wir erkennen, daß es für den Erretteten eine göttliche und eine menschliche Seite zu erfüllen gibt. Was die Vollkommenheit unserer Rettung angeht, so hat Gott in Christo das vollkommene Opfer gebracht – das ist die göttliche Seite. Was aber die Vollkommenheit unseres Wandels angeht, so haben wir in der Heiligung zu leben – das ist die menschliche Seite. Letzteres hängt nicht mit Errettung und Verlorenheit zusammen, sondern mit Verherrlichung Gottes und auch mit himmlischem Lohn. Wir wollen deshalb einige Bibelstellen aus dem N.T. betrachten, um weiteren Einblick zu gewinnen.
a) In 1. Kor. 2,6 steht: „Wir reden aber Weisheit unter den Vollkommenen, nicht aber Weisheit dieses Zeitlaufs …"
„Weisheit dieses Zeitlaufs" ist die Weisheit der Welt oder die Weisheit der Ägypter. Mit den Vollkommenen sind Kinder Gottes gemeint, die nach Hebr. 10,14 durch ein Opfer vollkommen gemacht wurden. Und trotzdem schreibt Paulus in 1. Kor. 13,10: „Wenn aber das Vollkommene gekommen sein wird …" Aus dieser Mitteilung erkennen wir die im Wort Gottes verschiedenerlei angesprochene Vollkommenheit. Paulus redet von der Vollkommenheit der Herrlichkeit im Himmel. Wenn er aber die Gläubigen zu Korinth als Vollkommene anspricht, so meint er gerade diejenigen, die auch noch in großen Unordnungen und Sünden lebten.
b) In 1. Petr. 5,10 heißt es: „Der Gott aller Gnade aber, der euch berufen hat zu seiner ewigen Herrlichkeit in Christo Jesu, nachdem ihr eine kleine Zeit gelitten habt, er selbst wird (euch) vollkommen machen, befestigen, kräftigen, gründen."
Petrus sagt zu Kindern Gottes: „… der euch berufen hat zu seiner ewigen Herrlichkeit …" Nach Hebr. 10,14 sind sie durch die Wiedergeburt bereits vollkommen gemacht. Nun aber sollen sie vollkommen werden durch „befestigen, kräftigen, gründen". Darin ist die menschliche Seite erkennbar. In 2. Kor. 13,11 lesen wir: „Übrigens, Brüder, freuet euch, werdet vollkommen …" Dann werden Dinge aufgezählt, die dem Wandel unterworfen sind. Niemals ist in diesen Bibelstellen eine Vollkommenheit angesprochen, durch die als Vorerfüllung die ewige Herrlichkeit gesehen werden kann.
c) In 2. Tim. 3,17 heißt es: „auf daß der Mensch Gottes vollkommen sei, zu jedem guten Werke völlig geschickt."
Allein schon die Bezeichnung „Mensch Gottes" drückt die vorhandene Wiedergeburt aus. Wenn also der vollkommene Mensch Gottes vollkommen sein soll, so kann sich dies nur auf den Wandel beziehen. Das bestätigt auch die Formulierung „zu jedem guten Werke völlig geschickt". Wir wissen, daß Werk und Wandel zusammengehören – und darin soll der Mensch Gottes vollkommen sein. Wir wollen festhalten, daß alles, was sich nicht auf Hebr. 10,14 bezieht, nur den Wandel betrifft.
Denken wir an unseren geliebten Herrn, über IHN heißt es in Hebr. 2,10:….. den Urheber ihrer Errettung durch Leiden vollkommen zu machen." Wenn der Herr Jesus erst durch Leiden vollkommen gemacht werden mußte, meint da jemand, ER sei unvollkommen oder nicht in der Heiligung gewesen? Nein, der Herr wäre auch ohne diese Vollkommenheit durch Leiden bei der Himmelfahrt aufgenommen worden, denn sie betraf SEINEN Wandel. ER brauchte sie für SEINE Funktion als Hoherpriester, um viele Söhne zur Herrlichkeit zu bringen, aber auch um uns beim Vater recht zu vertreten. Denken wir daran, daß der Herr Jesus immer vollkommen war! IHN durch Leiden vollkommen zu machen, betraf SEINE Zeit hier auf Erden und betrifft auch die Ewigkeit, in der ER uns beim Vater vertritt. Wir sehen, welch eine Vielfalt im Wandel betreffs vollkommen sein liegt.
d) In Matth. 19,21 sagte Jesus: „Wenn du vollkommen sein willst, so gehe hin, verkaufe deine Habe und gib den Armen, und du wirst einen Schatz im Himmel haben."
Warum sagte das der Herr Jesus zum reichen Jüngling? Den Armen Alles oder Vieles geben war Werk, weil ja noch Gesetzeszeit war. Aber dadurch vollkommen sein? In Hebr. 9,9 steht, daß dargebrachte „Gaben als auch Schlachtopfer… dem Gewissen nach … nicht vollkommen machen können". Jesus redete von der Vollkommenheit, die dem Jüngling „einen Schatz im Himmel" bringen sollte.
e) In Phil. 3,15 zeigt Paulus eine ähnliche Situation auf: „So viele nun vollkommen sind, laßt uns also gesinnt sein; und wenn ihr etwas anders gesinnt seid, so wird euch Gott auch dies offenbaren."
Vollkommen ist der Gläubige nach dem Wort Gottes auch dann, wenn im Wandel noch nicht alles vollkommen ist. Darum ist die Absicht, durch Anstrengung des Fleisches eine Vollkommenheit aus sich selbst zu produzieren, ganzer Betrug! Dem Aufrichtigen ruft der Herr zu:….. so wird euch Gott auch dies offenbaren."
Der fleischliche Christ wartet nicht, bis der Herr es ihm offenbart – er handelt im Fleische! Damit liegt dieses Bestreben zur Vollkommenheit außerhalb des Willens Gottes. Die Offenbarung SEINES Willens liegt in der Erkennbarkeit der Wahrheit des Wortes Gottes. Und weil der fleischliche Christ die Wahrheit nicht erkennt, macht sie ihn auch nicht „frei" (Joh. 8,32). Er ist gebunden an sich selbst, an seine Ideen und an sein eigenwilliges Wortverständnis. Das aber ist nicht die Freiheit der Kinder Gottes (Rom. 8,21). Darum sind Werk und Wandel des Gläubigen Dinge, die noch vollkommen gemacht werden müssen – und zwar durch Jesus und nicht durch den Menschen. Das haben wir bereits in 1. Petr. 5,10 gelesen: „… er selbst wird (euch) vollkommen machen …"
Und wenn der errettete Mensch durch Kasteiung des Willens sich selbst oder Gott nachhelfen will, vollkommen zu werden? Dann herrscht eben die Fleischeslust. Für Kinder Gottes bleibt zu tun, was in Rom. 12,2 steht:…..daß ihr prüfen möget, was der gute und wohlgefällige und vollkommene Wille Gottes ist." Wer aber am Fleischesdienst zur eigenen Vervollkommnung festhält, ist nicht mehr in der Lage, den vollkommenen Willen Gottes zu erkennen – so wie auch die orthodoxen Juden in Israel den vollkommenen Willen Gottes heute nicht erkennen.
Der Wandel im Fleischesdienst führt zu einer Steigerung des Selbstwertgefühls, aber dadurch wird die Gnade Gottes sehr mißachtet. Sobald einem Menschen die Gnade des Herrn nicht mehr ausreicht, fängt er an, im Fleische zu wirken. Er wirkt Vollkommenheit, die zu einer Selbstgerechtigkeit in den Augen der Menschen führt. Daraus kommen dann die unnüchternen Verdrehungen von Schriftaussagen. Man sagt nicht nur, sondern lehrt: Wer bei der Ankunft des Herrn nicht in ganz tiefer Heiligung lebt, ist nicht bei denen, die Gott im Himmel aufnimmt. Solche Aussagen sind absolut finsterer Betrug, weil die Heilige Schrift dies ganz anders lehrt. Die Aufnahme in des Himmels Herrlichkeit bei der Ankunft Jesu hängt nicht mit dem Wandel, sondern mit der Wiedergeburt zusammen. „Denn mit einem Opfer hat er auf immerdar vollkommen gemacht, die geheiligt werden" (Hebr. 10,14). Der gesamte Wandel kann Gott verherrlichen, aber er steht keineswegs mit der Aufnahme in des Himmels Herrlichkeit, sondern mit Lohn in Verbindung. Sonst würde man letztlich nicht aus Gnaden, sondern aus dem Werk des Heiligungslebens gerettet. Deshalb sagt Paulus in Rom. 11,6: „Wenn aber durch Gnade, so nicht mehr aus Werken; sonst ist die Gnade nicht mehr Gnade." Wer will die Sprache des Wortes Gottes nicht mehr verstehen? Seit bald 2000 Jahren zeigt uns Israel, daß außerhalb der Gnade, also im Werk, niemand Gott gefallen kann. Deshalb mußte das Gesetz auch erfüllt werden. Und jetzt, wo wir in überströmender Gnade leben dürfen, bemüht sich der eitle Mensch, Gott wieder Werk anzubieten, diesmal nicht das Werk des Gesetzes, sondern das Werk der Heiligung. Christus aber ist das Ende aller Gesetzlichkeiten geworden – auch da, wo man das Werk vor die Gnade Gottes stellt.
Soweit der Artikel über die Vollkommenheit. Wir bedauern sehr, daß Kinder Gottes mehr und mehr SEIN Wort nicht mehi verstehen. Wundert es uns, wenn in heutigen Tagen Gläubige dem Herrn danken, daß sie keine Gebetserhörungen mehr haben? Der Geist der Unnüchternheit greift immer stärker und schneller um sich, je eher SEINE Ankunft naht.
Die Verwechslung der Gnade Gottes mit unserer Heiligung
Wenn man von falschen Ansätzen ausgeht, kann das Ergebnis nur falsch sein; aber wenn die Ansätze richtig sind, wird auch das Ergebnis richtig. So ist es in der Mathematik, aber auch im Auslegen des Wortes Gottes. Wieviel Unkenntnis liegt vor, um im zehnten Gleichnis vom Reich der Himmel (Matth. 25,1-13) zweierlei Kinder Gottes zu sehen. In diesem Gleichnis, welches sowohl für Israel als auch für die Gemeinde des Herrn anwendbar ist, finden wir zwei Gruppen von Menschen: Kluge und Törichte. Die Törichten nahmen kein Öl mit sich (V.3); die Klugen aber nahmen Öl mit sich (V.4). Jeder Errettete weiß, daß Öl im AT. und im N.T. bildlich den Heiligen Geist darstellt. Danach sind die Klugen mit Öl die Geretteten; die Törichten ohne Öl sind die Verlorenen. Wir erkennen darin den schmalen und den breiten Weg – den Weg des Lebens und den Weg des Verderbens. Daran ändert sich nichts, auch wenn nach Vers 1 alle zehn Jungfrauen sich aufmachten, dem Bräutigam zu begegnen. Sehen wir uns doch nur das christliche Abendland an. Religion (auch wenn sie christlich ist) ohne Errettung und Wiedergeburt bleibt immer aufs Irdische begrenzt. Wenn der Herr in Vers 12 sagen mußte: „… ich kenne euch nicht", dann lag das gewiß nicht daran, daß diese Törichten mit Öl (dem Heiligen Geist) ungenügend im Heiligungsleben gefunden wurden, sondern daran, daß sie kein Öl hatten! So steht es geschrieben und nicht anders. Gott teilt uns doch SEIN wunderbares Wort nicht so mit, daß wir dieses erst ins Gegenteil drehen müssen, um es richtig zu verstehen.
Es ist erstaunlich, wie das Wort Gottes in den letzten Tagen vor der Wiederkunft des Herrn gedreht und wozu es gebraucht wird. Letztlich geht es doch darum, an der Sache Gottes mitzuwirken. Das kann aber nur dort geschehen, wo jemandem die Gnade Gottes nicht genügt. Unser Werk, auch nicht das der Heiligung, kann kein Ersatz für die Gnade Gottes sein. ER hat festgelegt: „Wenn aber durch Gnade, so nicht mehr aus Werken." Warum will der Mensch dennoch durch das Werk der Überwindung das erreichen, was Gott in SEINE Gnade gelegt hat?
Die sieben Überwindungen in den Sendschreiben von Offb. 2 und 3 wollen wir nun einzeln behandeln. Wir müssen es tun, weil sich Errettete darauf berufen, durch
Überwindung bei der Ankunft des Herrn dabei zu sein. Eigentlich sollten wir Gott danken, daß ER von uns nicht so starkes Überwinden fordert, um würdig zu werden, bei SEINER Ankunft durch
Entrückung dabeizusein. Die Gesetzeszeit gab Gott als Beweis, daß der Mensch nicht in der Lage ist, durch Werke den Forderungen Gottes zu genügen. In SEINER Liebe gab der Herr dem Menschen die
Gnade, wodurch ihm SEINE Verheißungen zuteil wurden. Nun aber kommt dieser Mensch und will – in Mißachtung SEINER Liebe – das Mittel der Gnade Gottes zur Seite stellen und Gott durch Werke
Überwindung anbieten. Darum sollen die sieben Überwindungen in den Sendschreiben verständlich ausgelegt werden.
1 Die erste Gemeinde – Ephesus (Otfb. 2,7b)
„Dem, der überwindet, dem werde ich zu essen geben von dem Baume des Lebens, welcher in dem Paradiese Gottes ist."
Der Baum des Lebens ist Christus. Das Paradies ist ein Wonnegarten im Himmel, der Eden genannt wird (Hes. 28,13a) und zu dem damals der gesalbte Cherub-Fürst ebenfalls Zugang hatte. Ein Abbild der himmlischen Dinge (Hebr. 9,23) war der irdische Garten Eden (1. Mose 2,8). In der Bibel steht der Baum für eine große Person, für eine Weltmacht oder für irgendein Gebilde; mit Macht (Matth. 13,31.32). Ob es der geistliche Christus im himmlischen Eden oder als Abbild der fleischgewordene Christus im irdischen Garten Eden ist – der dort stehende „Baum des Lebens" ist der Christus und Sohn Gottes. Von diesem Baum konnten Adam und Eva im sündlosen Zustand nicht essen. Dazu brauchten sie geöffnete Augen. Sie aßen von dem „Baume der Erkenntnis des Guten und Bösen" (1. Mose 2,17), obwohl Gott dieses verboten hatte. Auch dieser Baum ist Christus. „Da wurden ihrer beider Augen aufgetan …" (1. Mose 3,7). Satan wollte, daß die beiden auch vom Baum des Lebens essen, was jedoch außerhalb des Willens Gottes gewesen wäre (1. Mose 3,3). Dann wäre keine Heilung mehr möglich gewesen! Nachdem nun aber Gott SEINEN Sohn auf die Erde gesandt hat, ist der Baum des Lebens für uns zugänglich. Jesus sagt doch in Matth. 11,28: „Kommet her zu mir, alle ihr Mühseligen und Beladenen …" Es ist wie damals im Garten Eden. Zuerst muß man den Herrn Jesus sehen und IHM glauben (Joh. 20,8:…..und er sah und glaubte"), um dann vom Baum des Lebens zu empfangen (Kol. 1,27: „… Christus in euch …"). Diese Lebensspeise wird uns immer zur Verfügung stehen.
Das ist mit wenigen Worten die Auslegung von Offb. 2,7b. Die Überwindung ist eine Aufforderung, zu Christus zu kommen, um dadurch die Verheißung zu erlangen, Speise vom Baum des Lebens, Christus, zu erhalten. Von einer Überwindung, um bei der Auferstehung und Entrückung dabei zu sein, steht kein Wort. Übrigens werden wir durch SEINE Auferstehungsmacht aufgenommen und nicht durch unsere Überwindung!
2 Die zweite Gemeinde – Smyrna (Offb. 2,11b)
„Wer überwindet, wird nicht beschädigt werden von dem zweiten Tode."
Der zweite oder ewige Tod ist der Feuersee (Offb. 20,14; 21,8), der kein Ende hat für die, welche darin sind (Mark. 9,44.46.48). Er ist der Strafvollzugsort von
Ewigkeit zu Ewigkeit mit Gottesferne, Finsternis, Qualen und Hoffnungslosigkeit für alle, die nicht mit Gott versöhnt sind (Rom. 2,8.9). Beachten wir, daß die sieben Sendschreiben vom Charakter
her zu unterscheiden sind. Welche Überwindung setzt das Wort Gottes voraus, um nicht in das Gericht des zweiten Todes zu kommen? In der Heiligen Schrift r.t niemals die Überwinderkraft, sondern
der Glaube angesprochen. So lehrt es jedenfalls Gottes Wort in Joh. 5,24: „Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer mein Wort hört und glaubt dem, der mich gesandt hat, hat ewiges Leben und kommt
nicht ins Gericht, sondern er ist aus dem Tode in das Leben übergegangen." Was soll man nun überwinden, um nicht den Schaden des zweiten Todes zu erleiden? Es ist die Überwindung, zu Christus zu
kommen und an IHN zu glauben. Den Tod können wir Menschen nicht überwinden, das konnte nur der im Fleisch geoffenbarte Sohn Gottes. Wer zu IHM kommt und sich retten läßt, steht durch das
Opferblut Christi in der Verheißung ewigen Lebens. Und das ist Gnade Gottes – ohne das Werk der Überwindung! Das Erlösungswerk Jesu ist die einzige Legitimation, um bei der Wiederkunft des Herrn
dabei zu sein. ER, unser Gott, steht zu SEINEM Wort, auch wenn wir untreu werden.
3 Die dritte Gemeinde – Pergamus (Offb. 2,17b)
„Dem, der überwindet, dem werde ich von dem verborgenen Manna geben; und ich werde ihm einen weißen Stein geben, und auf den Stein einen neuen Namen geschrieben, welchen niemand kennt, als wer ihn empfängt."
Gott will dem Überwinder vom verborgenen Manna geben. Während der Wüstenreise war das Manna Israels Lebensnahrung, um in das Land der Verheißung, Kanaan, zu kommen. Das heißt, jeder Überwinder hat vom Herrn die Zusage: Wer zu mir kommt und ißt „das Brot, das aus dem Himmel herniedergekommen ist", wird leben. „Nicht wie die Väter aßen und starben; wer dieses Brot (Manna) ißt, wird leben in Ewigkeit (Joh. 6,58). Weiter steht in Joh. 6,54: „Wer mein Fleisch ißt und mein Blut trinkt, hat ewiges Leben, und ich werde ihn auferwecken am letzten Tage." „Am letzten Tage" ist SEINE Wiederkunft! Wann erhält man das Lebensbrot? Wenn man überwindet und zum Herrn Jesus kommt In unserem Textvers steht „verborgenes Manna", weil die gewaltige Auswirkung bei der Annahme des Lebensmanna, Jesus, für uns heute noch geheim und verborgen ist. „… euer Leben ist verborgen mit dem Christus in Gott" (Kol. 3,3), deshalb wird erst die Ewigkeit die Gleichheit mit dem Herrn offenbaren (1. Joh. 3,2).
Was den Stein mit dem neuen Namen betrifft, so ist er ein Stück vom Felsen. So wie Christus, der Fels, ewigkeitsverbunden ist, so sind auch die Erlösten durch IHN mit ewigem Leben verbunden. Weiß bedeutet Reinheit und Gerechtigkeit. Der neue Name gehört zum neuen Leben nach der Begegnung mit dem Retter Christus. Selbst Jakob erhielt bei der Begegnung mit Gott am Pniel einen neuen Namen: Israel. Wieviel mehr erhalten die Gläubigen den neuen Namen in der vollen Darstellung der neuen Schöpfung im verherrlichten Leib! Nur der Eigentümer kennt seinen neuen Namen, in dem alle seine Verhaltensweisen dem Herrn gegenüber enthalten sind.
Das verborgene Manna, den weißen Stein und den neuen Namen erhalten die Erlösten nicht durch Überwindung, sondern durch die Liebe des Herrn am Kreuz – das ist Gnade! Der neue Name ist nur denen verheißen, die überwinden und mit ihrer Sündenlast zu Jesus kommen, um den hohen Preis SEINER Leiden anzuerkennen. Das ist Gnade Gottes für Verlorene.
4 Die vierte Gemeinde – Thyatira (Offb. 2,26)
„Und wer überwindet und meine Werke bewahrt bis ans Ende, dem werde ich Gewalt über die Nationen geben."
Während bei den ersten drei Sendschreiben die mit Rettung verbundene Seite aufgezeigt wird, finden wir nun die mit Lohn verbundene Seite in der Ewigkeit. „Gewalt über die Nationen" ist der Zeitabschnitt des Tausendjährigen Reiches. Vers 27 drückt die Stellung des Christus in der Zeit nach der Gnadenzeit aus. Das Werk der Erretteten ist es, die Werke des Herrn zu bewahren bis ans Ende! Darum ist dieses Werk nicht gleich der Errettung, sondern hängt mit Lohn in der Ewigkeit zusammen. Dieser Lohn durch Überwindung kann nur empfangen werden, wenn man zuvor uboi windet und mit seiner Last als verlorener Sünder zu dem Retter Jesus Christus kommt. Wer nicht errettet ist, kann auch keine Überwindung zu solchem Lohn erhalten. Würde ein nicht errettotor Mensch die Überwindung aufbringen, SEINE Werke bis ans Ende zu bewahren, könnte er dennoch die Macht über die Nationen nicht erhalten, weil er ja verloren ist. Überdies vermag ein Verlorener die Werke des Herrn nicht zu bewahren, schon gar nicht bis ans Ende. Aus allen Aussagen des Wortes Gottes entnehmen wir, daß sich die in jedem Sendschreiben genannte Überwindung auf die notwendige Errettung bezieht. Selbst hier, wo es um Lohn geht, ist diese Überwindung hin zur Erlösung Vorbedingung.
5 Die fünfte Gemeinde – Sardes (Offb. 3,5)
„Wer überwindet, der wird mit weißen Kleidern bekleidet werden, und ich werde seinen Namen nicht auslöschen aus dem Buche des Lebens und werde seinen Namen bekennen vor meinem Vater und vor seinen Engeln."
Das weiße Kleid ist das Zeichen der Annahme und Rechtsprechung durch Gott für alle, die überwinden. Wäre hier nicht das Kommen zu Jesus (Bekehrung und Wiedergeburt) gemeint, müßte es die Überwindung – wie Gläubige sagen – zur vollkommenen Heiligung sein. Dann wäre das Ergebnis ein Werk der Überwindung, um bei SEINER Wiederkunft in die Herrlichkeit einzugehen und das weiße Kleid zu erhalten. Die Heilige Schrift redet jedoch deutlich und sagt: „Wenn aber durch Gnade-, so nicht mehr aus Werken." Gnade ist etwas, was nicht erarbeitet werden kann. Welche Gottwidrigkeiten hat das mit dem Fleisch verbundene Werksdenken schon hervorgebracht! Natürlich sollen wir „Sorge tragen, gute Werke zu betreiben" (Titus 3,8). Aber alle diese Werke tangieren niemals die Heilswege und Absichten Gottes mit uns Menschen, ansonsten würde SEINE Gnade wirkungslos gemacht. Das wäre doch irre!
Der Herr will die Namen der Erretteten nicht auslöschen aus dem Buche des Lebens. Das ist auch niemals durch Menschenwerk möglich, sonst hätte der Sohn Gottes nicht im Fleische zu kommen brauchen. Daß die Namen nicht aus dem Lebensbuch gelöscht werden, liegt einzig im Werk Christi Jesu und der darin erwiesenen Gnade. Wer also überwindet und zum Herrn Jesus geht, um sich von den Sünden reinigen zu lassen, behält seinen Namen im Buch des Lebens. Sich die Sünden vergeben zu lassen, ist doch wirklich kein Werk; aber es bedarf einer sehr großen Überwindung, zu Christus zu kommen. Damit haben wir in den Sendschreiben zu tun. Siehe hierzu Heft 2 von AUSLEGUNGEN DES WORTES GOTTES NACH DER LEHRE DER HEILIGEN SCHRIFT, Seite 14ff: „Das Buch des Lebens".
Wer überwindet, dessen Name will der Herr bekennen. Sicherlich steht das Bekenntnis des Namens auch mit dem neuen Namen von Offb. 2,17b in Zusammenhang. Deshalb ist das Bekenntnis auch so wichtig. In Matth. 10,32 sagt der Herr: „Ein jeder nun, der mich vor den Menschen bekennen wird, den werde auch ich bekennen vor meinem Vater, der in den Himmeln ist." Dieses Bekenntnis des Herrn vor dem Vater im Himmel ist die Folge unseres Bekenntnisses vor den Menschen hier auf Erden. Wenn Paulus in Rom. 10,10 bezeugt: „… mit dem Munde wird bekannt zum Heil", dann wirkt sich das Bekenntnis auf Erden zur Gesundung aus und wirkt im Himmel als Lohn mit Ewigkeitsfunktion weiter. Diesen hohen Lohn vertritt der Herr vor Gott als Hoherpriester für uns, wodurch ER als Sohn den Vater verherrlicht in Ewigkeit.
Weiter heißt es: „… und werde seinen Namen bekennen vor meinem Vater und vor seinen Engeln." Hier müssen wir fragen: Warum vor den Engeln bekennen? Die Engel haben doch alle Sünden der Menschen gesehen, warum soll da noch ein Bekenntnis folgen? Geschwister, das Bekenntnis unseres Herrn ist unsere Wiederherstellung vor der Himmelswelt! ER, der Wiederhersteller aller Dinge (Apg. 3,21), handelt wie damals mit Petrus nach dessen Verleugnung. Vor der ganzen Jüngerschar stellte Jesus ihm dreimal die Frage nach der Liebe zu IHM, seinem Herrn. Danach folgte die große Erhebung durch SEINEN Auftrag an Simon (Joh. 21,15-17). Die gleichen Vorgänge finden nach der irdischen Sündenzeit am Richterstuhl Christi statt, wo es zur Bloßstellung (Offenbarwerdung) kommt. Danach folgt für die Erretteten die Belohnung und Erhebung – in den Augen der Engel aber die Rehabilitation durch Christi Blut. Das alles geschieht nicht, weil wir auf Erden tüchtig um die Gnade der Kraft zur Überwindung bei der Ankunft des Herrn gefleht haben. Diese Überwindung wird wirksam, wenn wir Schäflein Jesu werden; sonst wäre die Entrückung unser Werk.
6 Die sechste Gemeinde – Philadelphia (Offb. 3,12)
„Wer überwindet, den werde ich zu einer Säule machen in dem Tempel meines Gottes, und er wird nie mehr hinausgehen; und ich werde auf ihn schreiben den Namen meines Gottes und den Namen der Stadt meines Gottes, des neuen Jerusalem, das aus dem Himmel herniederkommt von meinem Gott, und meinen neuen Namen."
Alle Wiedergeborenen sind Überwinder, weil sie zu IHM gekommen sind, und erhalten die großartigen Verheißungen Gottes. Der Herr will die Eretteten zu Säulen machen im Tempel des Himmels, der nicht mit Händen gemacht ist. Über den Christus lesen wir in Hebr. 1,2.3: „den er gesetzt hat zum Erben aller Dinge, durch den er auch die Welten gemacht hat; … und alle Dinge durch das Wort seiner Macht tragend …" Christus, der Erbe aller Dinge, welcher auch Schöpfer-Gott ist, trägt alles durch das Wort SEINER Macht, auch den himmlischen Tempel! Alle Erretteten macht der Herr in der Ewigkeit zu Säulen im himmlischen Tempel. Das heißt, sie werden einmal das Machtinstrument zum Tragen der geistlichen Schöpfungen – „Dinge" -sein. In Rom. 8,32 lesen wir: „… wie wird er uns mit ihm nicht auch alles schenken?" Wir alle haben heute noch keine Ahnung davon, wie groß wir als Erlöste durch unseren geliebten Herrn sein werden. Voraussetzung dafür ist nicht, daß wir vor SEINER Ankunft gute Überwinder durch Gnade waren, sondern daß wir uns mittels des Glaubens im Blute des Lammes waschen ließen. Diese Grenzen setzt nicht der an Werke denkende Mensch, sondern Gott im Himmel. Wir liegen nur dann richtig, wenn wir am Wort Gottes bleiben und IHM nicht unsere Werke anbieten.
Wie tröstlich ist die Zusage: „… und er wird nie mehr hinausgehen …" Hier erfüllt sich, was Daniel in Kap. 7,18 weissagt: „Aber die Heiligen der höchsten Örter werden das Reich empfangen, und werden das Reich besitzen bis in Ewigkeit, ja, bis in die Ewigkeit der Ewigkeiten." Das sind Verheißungen, die uns durch
Christi Werk am* Kreuz geworden sind. Weiter heißt es:…..und
werde auf ihn (den Erretteten) schreiben
– den Namen meines Gottes
– und den Namen der Stadt meines Gottes …
– und meinen neuen Namen (Jesus)."
Damit werden wir als Kinder Gottes in der Ewigkeit sichtbar das Zeugnis Gottes tragen, zu welcher Familie wir gehören: zur Familie Gottes. Der Grund, daß wir einmal in der Herrlichkeit sein werden, ist nicht die Führung eines Heiligungslebens mit der Bitte um Gnade zur Überwindung, um nicht auf der Erde zurückzubleiben. Niemals! Die Familie Gottes ist gekennzeichnet durch SEIN Blut, das Blut des Christus. Und das geschieht an uns allein aus Gnaden. Dieses Blut des Gottessohnes garantiert uns, in der Ewigkeit „den Namen meines Gottes" aufgeschrieben zu bekommen.
Im dritten Sendschreiben (Offb. 2,17b) soll der eigene Name auf einen Stein geschrieben werden. Im fünften Sendschreiben (Offb. 3,5) will der Herr unseren Namen vor dem Vater und den Engeln bekennen. Und hier im sechsten Sendschreiben wird uns der Name Gottes und der Name der Stadt Gottes aufgeschrieben, welche als „neues Jerusalem" bezeichnet wird. Bislang wurde „das Jerusalem droben … unsere Mutter" genannt (Gal. 4,26). Weshalb redet die Heilige Schrift hier vom neuen Jerusalem? Weil die Leibesgemeinde des Herrn in ihr eingezogen ist, wird diese Stadt „das neue Jerusalem" genannt, das aus dem Himmel hernieder kommt (Offb. 21,2) beim Beginn des Tausendjährigen Reiches. Aber auch der Christus wird als Sieger über alles einen neuen Namen erhalten, wie es im Textvers heißt:…..und meinen neuen Namen." Auch diesen SEINEN neuen Namen, den wir nicht kennen, wird ER auf uns schreiben (Offb. 19,12).
7 Die siebte Gemeinde – Laodicäa (Offb. 3,21)
„Wer überwindet, dem werde ich geben, mit mir auf meinem Throne zu sitzen, wie auch ich überwunden und mich mit meinem Vater gesetzt habe auf seinen Thron."
Wer überwindet, um zu Christus zu kommen, wird mit dem Herrn Jesus auf SEINEM Thron sitzen. Gewaltige Worte redet der Herr zu uns, die wir IHM gehören! ER macht uns Platz auf SEINEM Gottesthron im Himmel, indem ER die Regentschaft mit uns teilt. Wir können auf Erden nicht ermessen, was das alles beinhaltet. Es wird im Himmel viel zu regieren geben – davon können wir uns noch gar kein Bild machen. Und das alles, weil wir in SEINER Gnade zu IHM, unserem Herrn, kommen durften und ER uns durch SEIN Opfer am Kreuz die Sünden wegnahm. Dieses Bewußtsein bringt uns große Freude, die unsere Stärke ist. Neh. 8,10c: „…. denn die Freude am Herrn ist eure Stärke" (nach Luther). Die Errettung ist allein das Handeln Gottes an uns durch das Werk Jesu am Kreuz. Niemals können wir diesem unser Werk der Überwindung dagegenhalten – auch dann nicht, wenn wir uns dafür Gnade erbitten. Alles, was Gott dem Menschen anvertraut hat, ist zerbrochen. Leben und Gemeinschaft mit Gott zerbrachen im Garten Eden bei den ersten Menschen durch Sünde. In der Hand Moses zerbrachen die Tafeln des Gesetzes. Vor fast 2000 Jahren kam der Messias auf die Erde, in das Seinige. „Diesen … habt ihr durch die Hand von Gesetzlosen ans Kreuz geheftet und umgebracht" (Apg. 2,23). Hier zerbrach das Leben unseres Herrn. Wir werden in der Bibel nicht aufgefordert, um Gnade zu bitten, damit wir bei der Ankunft des Herrn durch Überwindung dabei sind. Dadurch würden wir die Sicherheit Gottes verlassen. Die Heilige Schrift erfüllt die Zusagen Gottes an SEINE Kinder ohne das Einschalten unserer Überwindung.
Durch unser Kommen zum Kreuz läßt uns der Herr auf SEINEM Thron mitsitzen, wie auch der Vater mit dem Sohn SEINEN Thron durch SEINE Überwindung am Kreuz teilt. Damit sitzt der Herr Jesus auf dem Thron SEINES Vaters und auch auf SEINEM Thron; ER verbindet beide Throne miteinander.
NACHWORT
Nach allem, was wir über dieses Thema gelesen haben, sollte völlig klar sein, was der Wille Gottes und damit der Wille des Herrn in SEINEM Wort ist. Wenn wir im Wort Gottes lesen, daß der Herr SEINE heilsgeschichtlichen Dinge festgelegt hat, bleibt für uns nur der Glaube. Beten wir aber in die göttliche Festlegung hinein und bitten um Gnade zur Überwindung der Hindernisse, versuchen wir, Gott die Führung aus SEINER Hand zu nehmen. Ganz abgesehen davon läßt sich der Herr die Führung nie aus der Hand nehmen! Das würde heißen: Gott soll SEINEN in der Heiligen Schrift festgelegten Willen aufgeben zugunsten einer menschlichen Bitte um Gnade. Damit sind wir aber nicht mehr in der Verheißung Gottes, wie in 1. Joh. 5,14 geschrieben steht: „Und dies ist die Zuversicht, die wir zu ihm haben, daß, wenn wir etwas nach seinem Willen bitten, er uns hört." Es ist nicht nach Gottes Willen, IHM ins Handwerk zu pfuschen. Wir leben nur dann in der Heiligung, wenn wir in SEINEM Willen bitten und uns darin bewegen. Maßstab ist letztlich nicht, was andere Gläubige sagen, sondern was die Heilige Schrift uns mitteilt.
Unnüchternheit wird vom Feind gewirkt. Die Verdrehung beginnt schon dadurch, daß Unnüchternheit als Wille Gottes angesehen und erklärt wird. Solche Gläubigen merken nicht, daß sie sich in ihrer Unnüchternheit wie in einer besonderen, Gott wohlgefälligen Heiligungsstufe vorkommen. Sie sagen das niemals, aber der Feind hat es in ihre Sinne gelegt. Diese Ursache ist die Auswirkung für die Unnüchternheit. Der Herr will uns in SEINER Liebe und Gnade davon freimachen zur Freiheit. Ob das auch unser Herzensanliegen ist? Denn „für die Freiheit hat Christus uns freigemacht" (Gal.5,1a). Die Überwinderkraft selbst liegt nur in SEINEM Blut: „Und sie haben ihn überwunden um des Blutes des Lammes … willen …"(Offb. 12,11).
„du kommst dem entgegen, der Freude daran hat, Gerechtigkeit zu üben, denen, die auf deinen Wegen deiner gedenken." (Jes. 64,5a),